Identifikation

Die Identifikation mit der Frau, die übergewichtig ist,

die zu viel Speck auf den Rippen, Bauch, Po, Schenkeln hat, Bauchwürste, Orangenhaut… (Oder die Magere, knochige, eckige Dürre) setzt dich unter Druck. Diese Identifikation hat sehr viel Macht, weil nämlich ein grosser Teil deines Gedankenflusses ständig darum kreist. Das macht dich unglücklich, frustriert, es macht dich klein und setzt deinen Wert herunter. Und du bist weit davon entfernt, dich selbst zu lieben, zu wertschätzen, anzunehmen. Dich anzunehmen als die wunderbare Frau, die du bist: Einzigartig, Unverwechselbar, Unnachahmlich, Liebenswert.

Glaubenssatz

Eine Freundin von mir ist gerade (wieder) am Abnehmen. Sie hatte es schon einmal geschafft. Sie war längere Zeit wunderschön schlank. So fühlte sie sich wohl, sie sagt: „so bin ich wirklich, so fühlt es sich einfach richtig an“. Jetzt ist sie wieder ca. 15 kg „darüber gewachsen“. Ich finde sie übrigens auch jetzt wunderschön, kann aber sehr gut nachvollziehen, dass sie sich mit dem jetztigen Gewicht physisch einfach nicht wohlfühlt und dass die Frau im Spiegel ihr fremd ist, so war es auch bei mir. (Siehe in meinem Geschenk: 5 Gründe, weshalb du beim Abnehmen scheiterst...) Ich spüre bei ihr einen gewaltigen inneren Druck und Verzweiflung. Sie will zurück zu dem Gewicht, das sie schon einmal hatte. Eine ihrer Aussagen hat mich aufhorchen lassen: „Wenn ich das nicht schaffe, hat mein Leben für mich keinen Wert mehr, gibt es für mich keinen Mann, (sie ist in einer Beziehung), keine Kinder, keinen Job.“ Diese Aussage ist krass, für sie aber real, empfunden und zwingend.

Jede von uns trägt einen solchen Glaubenssatz in sich. Versuche deinen Satz zu finden, der dich an deinem Gewicht manchmal verzweifeln lässt, der dich unter Druck setzt, deinen Wert als gewichtige Frau hinterfragt und herabsetzt. Vielleicht fragst du deine beste Freundin oder deinen Mann, oder deine pubertierenden Kinder, ob sie dich bei deiner Suche unterstützen. Sie kennen nämlich möglicherweise deine blinden Flecken und Programme besser als du, weil sie von Aussen hinsehen und nicht selbst darin verwickelt sind.

Wenn du diesen Kern-Glaubenssatz (er)kennst, könntest du ihn auf einen Zettel schreiben und ihn in einem für dich stimmigen Ritual verbrennen. Und / oder du kannst ein Gegenprogramm finden, das du bewusst immer wieder denkst. Dieser „Gegensatz“ sollte für dich aber glaubwürdig sein. Wenn du nämlich nicht an ihn glauben kannst, wird er auch nicht wirken. Schreibe ihn auf Post-it`s und hänge ihn an Orte, wo du ihm immer wieder begegnest und dich erinnerst.

Wer bist Du?

Bist du die über- unter- gewichtige Frau? Bist du die Frau, die von deinem Mann geliebt wird? Die von deinen Kindern geliebt wird? Bist du die beste Freundin deiner besten Freundin? Bist du die Frau, die von deinem Chef, deinen Mitarbeitern geschätzt wird? Bist du die Frau, die wunderbar kochen kann und gerne ihre Gäste bewirtet und verwöhnt? Bist du die Frau, die eine gemütliche Athmosphäre um sich erschaffen kann, in der sich alle wohlfühlen? Bist du die Frau, die schon viele Widrigkeiten im Leben gemeistert hat? Die am Leben gewachsen ist? Bist du die Frau, auf die sich andere Menschen verlassen können? Mit der man Pferde stehlen kann? Die andere zum Lachen bringt? Die anderen Liebe und Geborgenheit schenkt? Die andere kraftvoll unterstützt und begleitet? Die immer ein offenes Ohr hat? Ein offenes Herz? Und ein guter Ratgeber ist?….

Gibt es einige Sätze, mit denen du dich identifizieren kannst? Mach doch deine eigene Liste mit deinen Stärken und deiner Güte und deiner Grösse und deinen Errungenschaften, die für dich stimmig ist. Mit den verschiedenen Frauen, die du auch bist. (Du kannst auch hier noch andere um Rat fragen). Ich bin die Frau…. Mach diese Liste, damit du immer wieder darauf zurückgreifen kannst, denn manchmal kann man neben der gewichtigen Frau die anderen nicht mehr wahrnehmen. Die negativen Aspekte brauchst du nicht aufzuzählen, die kreisen bereits in deinem Kopf. Und weisst du was?

Du bist alle diese Frauen! Gleichzeitig! Jederzeit! Die Identifikation mit der Frau, die gerade im Vordergrund steht ist nicht zwingend! Du hast jederzeit die Wahl!: „Ok, es ist jetzt gerade so wie es ist. Meine Gefühle und Emotionen sind jetzt gerade auf die Dicke (die Dünne) fixiert. Aber ich bin jetzt gerade gleichzeitig auch (noch)…“ Du bist immer und jederzeit alle diese Frauen gleichzeitig! Du kannst jederzeit wählen, auf welche du deine Identifikation richtest. Noch besser ist aber, wenn du lernst zu verstehen und zu realisieren, dass du immer alle diese Frauen bist. Gleichzeitig. Dass du lernst, deinen Blickwinkel, dein Bewusstsein zu erweitern, dass du dir all dieser Aspekte deines Seins immer gewahr bleibst. Und wenn du wieder reingefallen bist, kannst du wählen, auf welche du jetzt deine Identifikation richtest, welche gerade jetzt am hilfreichsten ist oder sind.

Die Identifikation mit deinen Gefühlen und Emotionen

Was ich oben mit deinem multiplen Frau – Sein beschrieben habe, kannst du auch für Situationen anwenden. Für schmerzhafte, immer wiederkehrende Situationen.

Stell dir einen Streit mit deinem Mann vor. Vielleicht kannst du genau voraussagen, wie das vor sich gehen würde: Ihr habt euch beide in eurem Schmerz, euren Emotionen, Meinungen, Standpunkten verfangen und es gibt jetzt gerade keine Lösung. Unversöhnlich, Unvereinbar. Stell dir vor, was deine Freundin, sein Freund dazu meinen würden, die gerade nicht in den Emotionen feststecken. Oder ein Mentor, der beide verstehen kann und vielleicht noch andere Möglichkeiten oder Ansichten anbieten könnte. Und schon gibt es mehrere, anstatt 2 Blickwinkel. Jetzt gibt es ein UND. Es ist so wie es ist. UND…

Was wäre, wenn es statt eines Siegers zwei gäbe? Wenn jeder aus seiner Geschichte, seinem Schmerz, seiner Perspektive heraus recht hätte? Wenn man ganz verschieden sein, denken, fühlen, handeln würde und trotzdem friedlich zusammenleben könnte? Wenn es ok ist, dass Mann und Frau ganz anders „ticken“, eine andere Sprache sprechen, ganz anders mit Herausforderungen umgehen und beide einfach so sein können, wie sie sind? Denn ihr seid beide nicht nur die, die sich gerade in den Haaren liegen, ihr seid beide noch so viel mehr. UND…

Es gibt noch eine andere Möglichkeit schwierige Situationen einfach zu lösen. Wenn du merkst, dass du dich wieder mal „verfangen“ hast, wieder mal reingefallen bist, dann atme tief durch und trete innerlich einen Schritt zurück. Und beobachte. Ohne zu (Be)werten. Was ist da gerade? Was macht das mit mir? Einfach beobachten. Nichts weiter. Du wirst sehen, dass die Situation sich verändert, vielleicht sogar auflöst, einfach durch Beobachten, Gewahr sein. Und auf den anderen hat es auch eine Auswirkung. Dies solltest du vielleicht erst mal in einfacheren Situationen ausprobieren, obwohl es in schwierigen wirklich verblüffende Wirkung zeigt.

Ich habe das schon in existenziellen, wirklich bedrohlichen Situationen so gemacht. Und du glaubst es nicht, zum Schluss musste ich darüber lachen. In allem, was ich oben beschrieben habe, begibst du dich sozusagen auf eine neutrale Ebene. Die gedanklichen, die emotionalen Muster, die Ängste, die Urteile, die dich sonst im Griff haben, werden umgangen, treten zurück. Sie können nicht greifen und du wirst frei.

Identifikation ist machtvoll

Identifikation mit der Dicken / Mageren, macht, dass dieser Anteil von dir meist im Vordergrund steht, was dich nicht glücklich macht. Gib den starken, erfolgreichen, liebenden Frauen in dir mehr Raum. Lass diese Anteile dein Leben leben.

Identifikation mit dem Gewicht, mit all dem, was du an deinem Körper nicht magst, vielleicht sogar ablehnst, macht, dass deine Gedanken ständig darum kreisen, was einen grossen Teil deines Lebens, deines lebendig seins besetzt und deinen Körper daran hindert, optimal für dich zu sorgen. Was entweder zu Polstern führt, oder dich auszehrt.

Identifikation mit Problemen zieht dich hinunter, du verlierst deine Energie, das Leben ist trübe und schwer oder du gerätst „ausser dir“ oder „es kreist dich ein“. Auch hier kreisen deine Gedanken ständig darum und es entstehen „Abwärtsspiralen“. Du bist drin gefangen und lebendig sein hat keinen Raum mehr.

Identifikation mit deinen Ängsten, Glaubensmustern, Emotionen, mit deinem Schmerz hält dich gefangen. Lust und Freude, Erfüllung und Lebensfluss finden keinen Weg zu dir.

Wenn du das UND begreifst und anfängst, damit zu spielen, trittst du aus der Identifikation heraus.

Wie funktioniert das?

Du bist die Dicke / Dünne, aber du wirst geliebt, respektiert akzeptiert, ausser vielleicht oft von dir selbst. Weil die anderen deine Qualitäten sehen und deine Körperformen eine untergeordnete Rolle spielen. Mach es wie die anderen, lass die Dicke / Dünne eine von vielen sein und überlass ihr nicht mehr den Platz am Steuer. Und bedanke dich von Zeit zu Zeit bei deinem Körper dafür, was er alles ungefragt (und ungeliebt) immer bedingungslos für dich leistet.

In schwierigen Situationen gibt es immer ein UND. Es gibt noch mehr Ansichten, Standpunkte, Möglichkeiten, es gibt sogar noch ganz andere möglichen Gefühle und mögliche Reaktionen. Es gibt auch die Möglichkeit, das Ganze gerade jetzt abzubrechen, mit der Bitte, mal darüber zu schlafen und später nochmals darüber zu reden. Es gibt die Möglichkeit, herauszutreten und nur zu beobachten, was da gerade geschieht, und wie du dich dabei fühlst, was in dir dabei abläuft. UND gleichzeitig zu der schwierigen Situation gibt es noch ganz viele potenzielle Möglichkeiten, was gerade jetzt in deinem Leben geschehen könnte, wenn du dich nicht in das Problem „verbeissen“ würdest.

Wenn deine Ängste dich einkreisen und herunterziehen oder „erwürgen“. Wenn deine Emotionen über dich bestimmen. Wenn Glaubenssätze dich einschränken oder klein machen. Wenn der Schmerz zuschlägt, gibt es immer ein UND: Es ist jetzt gerade so, wie es ist. Momentan kann ich nichts dagegen tun. UND gleichzeitig bin ich auch noch…. UND gleichzeitig ist auch noch… UND gleichzeitig scheint die Sonne, singen die Vögel…. UND gleichzeitig werde ich geliebt von… UND gleichzeitig habe ich einen tollen Job, ein schönes Daheim, gute Freunde… UND…

Wenn es um die obigen Stimmungskiller geht, ist das Beobachten ohne zu Bewerten eigentlich die einfachste und wirkungsvollste Lösung: Was ist da gerade? Was macht das mit mir? Einfach beobachten. Weil nämlich durch das Beobachten die Ladung kleiner wird, das Beobachtete sich relativiert und oft sogar verschwindet. Ich habe dabei den Eindruck, dass ich die Muster und Abläufe beobachte, die mich sonst immer „reingelegt“ mich reingezogen, überwältigt haben. Und zum Schluss muss ich oft darüber lachen, wie raffiniert diese Mechanismen ablaufen und ein Gefühl des Triumpfs kommt hoch: ätsch, nicht reingefallen.

Wenn du deinem Gewicht immer weniger „Gewicht“ gibst, deine Gedanken und Emotionen weniger „gewichtig“ sind, ist das eine Form des Loslassens. Dann kann auch dein Körper loslassen. Wenn du dich nicht mehr so tief von Ängsten, Emotionen, Schmerz, Konflikten einfangen lässt, deine Glaubensmuster erkennst und relativierst, braucht dein Körper weniger Schutzpolster. Wenn du dünn bist, und das gleiche tust, wird dein Körper Nahrung besser aufnehmen können, weil Loslassen auch Annehmen ist. Wenn du anfängst, das UND in dein Leben hinein zu lassen, wirst du erfahren, dass du dich viel weniger in all diesem Negativen und Schmerzhaften verfängst, und Freiheit und Frieden werden in dein Leben einkehren. Und glaube mir: wenn du dich veränderst, ändert sich alles und alle um dich herum auch.

Ich wünsche dir viel Erfolg und Freude, mit deiner „Vielheit“ und dem UND zu spielen und grüsse dich herzlich

Elisabeth

Manchmal sitzen Themen sehr tief und lassen einen nicht so leicht los. Wenn du spürst, dass du Unterstützung brauchst, dass du allein nicht weiterkommst, biete ich dir gerne Behandlungen (auch Fernbehandlungen) an. Sie dienen einerseits der Reinigung, Ausleitung von Druck, Stress, Lasten, aber auch Themen können aus dem Körperspeicher entlassen werden, wodurch dein Leben wieder freier wird, Veränderung möglich ist.

Über einen Kommentar von dir würde ich mich herzlich freuen. Vielleicht hast du auch einen Wunsch, ein Thema? Teile es mir mit.

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