Angst

Warum ist Angst so machtvoll?

Angst ist ursprünglich ein Gefahrensignal, das dem Urmenschen geholfen hat, zu überleben. Der Körper schüttet sofort die entsprechenden Botenstoffe aus, um das Überleben zu gewährleisten. Zum Beispiel Adrenalin, was den Körper in Kampfbereitschaft versetzt, oder den Fluchtinstinkt aktiviert. Aber auch in eine Art Schockzustand, damit im Falle einer Verletzung der Blutfluss gehemmt wird. Der Kopf wird „kanalisiert“, alles Unnötige ausgeschaltet und oft wird eine Gefahrensituation wie in Zeitlupe erfahren, damit man „richtig“ reagieren kann. Die Instinkte sind sehr wach.

Wenn du eine solche Gefahren- Überlebens- Situation schon einmal erlebt hast, auch als Helfer, warst du sicher danach erstaunt, wie dein Körper, auf Automatismus geschaltet, richtig reagiert hat. Und wie dein Denken nur noch im Augenblick war und glasklar funktioniert hat, oder wie „etwas in dir“ genau gewusst hat, was richtig ist, ohne nachzudenken. Quasi aus der Situation heraus direkt ins (angemessene) Handeln.

Alles, was dem Überleben (dem Fortbestand der Spezies) dient, hat eine „starke Ladung“. Darum kann Angst unser Leben überschatten, uns hilflos machen, oder im Opfermodus verharren lassen.

Angst und Reaktionen

Angst gehört zu den Ur- Impulsen, die sich nicht weiter entwickelt und verfeinert haben. Deshalb kommt sie so mächtig daher, sozusagen „mit vollem Geschütz“. Dies kann man gut bei kleinen Kindern beobachten, die ihr noch vollkommen ausgeliefert sind, bevor sie lernen, diese „Übermacht“ zu relativieren, sie quasi der Situation anzupassen.

Wenn dir etwas Angst macht:

  • kann es sein, dass du dagegen in den Kampf ziehst. Dass du angreifst (Angriff ist die beste Verteidigung)
  • Dass du dich dagegenstellst, dich verteidigst, „Andere schuldig machst“.
  • dass es bei dir einen Fluchtreflex auslöst. Alles nur das nicht. Ich will davon nichts wissen. Vogel Strauss Taktik. Du verschiebst es in den hintersten Winkel und „vergisst“ es.
  • Flucht nach vorne, aber meist ohne ein Ziel oder eine Lösung (verrücktes Huhn).
  • Schockstarre. Du weisst nicht mehr ein und aus. Du bist hilflos, kraftlos, entmutigt, „blutleer“, „kopfleer“.
  • Der Körper wird starr. Angst sitzt im Nacken, meist verkrampft sich auch der Bauch (hier ist deine Kraft, deine Macht zu Hause).
  • Es kann aber auch sein, dass Angst dir Kraft verleiht, dich wachsen lässt und dich zu Klarheit führt.
  • Wenn du deinen Instinkten vertraust, reagierst du oft goldrichtig.

Welches ist dein bevorzugtes Muster, deine Art, wie du spontan auf Angst reagierst?

Wenn du diese Punkte mit dem ersten Abschnitt vergleichst, siehst du, dass wir noch wie in „alten Zeiten“ auf Angst reagieren, obwohl unser Leben nicht mehr so gefahrvoll ist wie früher, und wir uns viele Sicherheiten geschaffen haben.

Nun verstehst du vielleicht auch, weshalb uns Sicherheitsverlust, das Aufgeben unserer Komfortzone, so sehr ängstigt, dass wir oft unser vertrautes Leiden einer positiven Veränderung vorziehen. Das Chaos vergangener Vor- Zeiten könnte uns wieder einholen. (Siehe dazu auch: Sicherheit, Gewohnheit, Veränderung).

Wenn das Neue, das Ersehnte, das Erhoffte dir Angst macht und du dazu neigst, das gewohnte Übel von Neuem zu wählen, weil du es ja kennst und bis jetzt auch aushalten konntest, dann ruf dir ins Bewusstsein, dass ein Wandel zwar auch vorübergehend Wellen schlagen kann, aber dass die Chance gross ist, dass alles besser wird. Veränderung ist das einzig sichere im Leben, und wenn man sich dagegen wehrt, lädt man das Leiden in sein Leben ein.

Angst sitzt im Kopf

Angst ist kein Gefühl. Dies habe ich zuerst angezweifelt, dann durch genaues Beobachten erkannt, dass es stimmt. Sie ist der Auslöser von Gefühlen, Empfindungen und Körperreaktionen. Dies zu erkennen ist wichtig, wenn man lernen will, die Angst zu „besiegen“, oder mit ihr kooperativ zusammenzuleben.

Weil Angst im Gedankenfeld entsteht und dort sitzt, ist es möglich, aus den Körper- und Gefühlsreaktionen herauszutreten und der Angst (dem Ungeheuer, dem Wolf) ins Auge zu blicken. Die Angst aus jedem möglichen Gesichtswinkel zu betrachten, zu analysieren, zu sezieren.

Wenn du der Angst ins Auge siehst, kannst du erkennen, dass die Situation, die die Angst bei dir auslöst, oft bei weitem nicht so schlimm ist, wie die Gefühle und Körperreaktionen, die durch die Angst getriggert werden, dir weis machen wollen. Mit anderen Worten: die Angst verliert ihre „Ladung“, sie nimmt ab und die Situation wird lösbar. Du kannst sie meistern.

Wenn du dich mit der Angst identifizierst, wird sie sich deiner bemächtigen. Und Du werden. Und durch dich leben. Angst nährt sich von Angst. Vielleicht kennst du auch die Angst vor der Angst. Wenn du sie verdrängst, wächst sie, das „Monster“ bläht sich auf. Damit hast du das Monster aber nicht besiegt, es lauert lediglich auf die nächste Gelegenheit, wieder von dir Besitz zu ergreifen. Wenn du ihm nicht entgegen trittst, wenn du das Licht deines Bewusstseins nicht auf deine Angst richtest, dann wirst du gezwungen sein, sie immer wieder von Neuem zu erleben und zu erleiden. In diesem Sinne ist die Angst mit dem Schmerzkörper verwandt.

Was kann ich tun?

Es sind die Gefühle, die Empfindungen, die Körperreaktionen, die dir den Eindruck von Gefahr vermitteln. In dem Moment, wo dir bewusst wird, dass dies „uralte Nebenerscheinungen sind“ und die Angst im Kopf zu suchen ist, bist du fähig, „mit ihr zu verhandeln“.

  • Du kannst die auslösende Situation aus jedem erdenklichen Winkel betrachten. Und sie dadurch relativieren.
  • Du wirst entdecken, dass einiges gar nicht stimmt, dass dir die Angst Dinge vorgaukeln kann (mit den Stimmen aus der Kindheit), die heute nicht mehr gültig sind.
  • Du kannst erkennen, dass du einiges „ausklammern“ kannst, weil du Ähnliches bereits gemeistert hast und dies mit Leichtigkeit wieder tun kannst.
  • Du kannst in dich hineinhorchen, ob du nicht vielleicht einen Teil davon einfach loslassen kannst.
  • Du kannst den Ursprung der Angst ergründen. Vielleicht in der Kindheit.
  • Du kannst ähnliche Situationen finden (auch aus der Kindheit), wo sich diese Angst gezeigt hat.
  • Du kannst erkennen, dass Andere aus ihrer eigenen Angst (oder Ohnmacht) heraus zuschlagen.
  • Du kannst erkennen, dass du aus Angst vor Liebesverlust heraus handelst. Das Problem dabei ist nur, dass du dadurch nicht besser geliebt wirst.
  • Du kannst eine Lösung (oder mehrere) finden.
  • Du kannst die Lösung in dir auftauchen lassen, deinen Instinkten vertrauen.
  • Wenn du deine Angst erkannt hast, kannst du dich Anderen mitteilen und mit ihnen zusammen Lösungen suchen

Ich habe schon oft erlebt, dass ich dachte: das kann ich nicht, dazu bin ich nicht fähig, ich bin nicht gut genug. Dahinter sitzt die Angst vor Versagen, sich zu blamieren, wirklich nicht gut genug zu sein. Wenn ich dieser Angst dann auf den Grund gehe, realisiere ich, dass das überhaupt nicht stimmt, dass die Angst „mir dies einredet“. Dass ich sehr wohl fähig bin. Dass es lediglich Mut braucht, meine Komfortzone zu verlassen. Ein Schritt nach dem Anderen. Meist genügt der erste Schritt, die weiteren sind dann leicht zu gehen.

Und wenn die Angst zu gross ist?

Frage dich:“ Was könnte das Schlimmste sein, was passieren könnte?“ Vertraue dem ersten Impuls, dem ersten Wort. Denk nicht darüber nach, lass es auftauchen. Auch wenn es unlogisch klingt, nimm es ernst, lass es auf dich wirken. Wenn die Angst tief sitzt, kann es sein, dass dieser erste Impuls noch nicht die tiefste Angst zeigt (Schutz) oder ein Ausweichsmanöver ist (auch Schutz). Dann frage: „und was könnte noch schlimmer sein?“ und nimm wieder den ersten Impuls (nicht denken). Du kannst immer weiter fragen, bis du spürst, dass du jetzt am Ursprung angelangt bist.

Die Angst zu (er)kennen, macht, dass sie in den Hintergrund tritt, dass sie sich der „Situation anpasst“, dass sie schrumpft oder verschwindet.

Es gibt auch Angst- Situationen, die man nicht verändern kann, die so sind, wie sie sind. Diese gilt es anzunehmen, loszulassen, sich mit ihnen zu versöhnen. Trete aus den Gefühlen heraus, die Angst ist nicht das Gefühl und nimm die Situation an, wie sie ist.

Meine Geschichte dazu:

Ich habe schon einige Male erwähnt, dass mein Sohn meine grösste Lebens- Herausforderung war. Er wurde spontan von den anderen Kinder abgelehnt (noch bevor er ihnen einen Grund dazu gab) und er stand meist allein gegen „Banden“. Für ihn blieben die anderen Aussenseiter, die nicht immer die beste Gesellschaft waren. Er erlebte die Aussenwelt als feindlich. Und er merkte schon früh, dass er anders war.

Wenn ich in verzweifelten Situationen den Blick in die Zukunft richtete, sah ich ihn in Verbindung mit Gewalt oder Drogen oder Gefängnis oder Tod. Ich hatte oft Angst um ihn. Bis ich realisierte, dass ich damit sowohl ihm wie auch mir schadete. Ich verbat mir diese Zukunftsblicke aus der Verzweiflung heraus und schickte auch Blicke in guten Zeiten in die Zukunft, zum Ausgleich. Aber wer bin ich, dass ich die Zukunft sehen könnte? Wie viele Menschen wachsen an Herausforderungen! Wie viele Kinder mit harter Vergangenheit werden starke Menschen!

Ich liess los. Ich verbat mir diese Angstgedanken. Entschied mich immer wieder neu für Vertrauen und geschehen lassen. Vertrauen, dass er seine Nische in dieser Welt finden würde, was ich ihm auch immer wieder sagte, wenn er an sich (ver)zweifelte.

Auch heute, mit dem erwachsenen, immer noch „originellen“ Sohn, der seine Nische noch nicht gefunden hat, bin ich ganz da und offen, wenn wir uns begegnen, wenn wir miteinander sprechen. Aber danach schliesse ich meine inneren Türen und entlasse ihn in sein Leben. Es ist Seines. Und ich lebe Meines. Und  Ängste und Sorgen haben hier nichts verloren. Sie schaden uns beiden und ändern würden sie auch nichts. Ich lasse los.

Wie du siehst, gilt es manchmal, die Angst, die mit gewissen Situationen verbunden ist, einfach zu entlassen, wegzuweisen, weil sie den Beteiligten nur schadet. Dies muss man oft wiederholen, bis sie nicht mehr ins Unbewusste abtaucht und wieder von dir Besitz ergreift. Damit verdrängst du sie nicht, sondern meisterst sie.

Und hier noch ein Zitat:

  • Angst ist die Energie, die zusammenzieht, versperrt, einschränkt, wegrennt, sich versteckt, hortet, Schaden zufügt. Liebe ist die Energie, die sich ausdehnt, sich öffnet, aussendet, bleibt, enthüllt, teilt, heilt.
  • Angst umhüllt unseren Körper mit Kleidern, Liebe gestattet uns, nackt dazustehen.
  • Angst krallt und klammert sich an alles, was wir haben, Liebe gibt alles fort, was wir haben.
  • Angst hält eng an sich, Liebe hält wert und lieb.
  • Angst reißt an sich, Liebe lässt los.
  • Angst nagt und wurmt, Liebe besänftigt.
  • Angst attackiert, Liebe bessert.
  • Jeder Gedanke, jedes Wort oder jede Tat eines Menschen gründen sich auf eine dieser beiden Emotionen. Darin habt ihr keine Wahl, denn es steht euch nichts Anderes zur Wahl. Aber ihr habt die freie Wahl, welche der beiden ihr euch aussuchen wollt.
    Neale Donald Walsch

Ich wünsche dir eine (ent)spannende Auseinandersetzung mit dem Thema Angst, damit dein Leben leichter werden kann und du Lasten loswirst und wieder freier atmen kannst.

Elisabeth

Wenn du spürst, dass du weitere Unterstützung brauchst, dass du allein nicht weiterkommst, biete ich dir gerne Behandlungen (auch Fernbehandlungen) an. Sie dienen einerseits der Reinigung, Ausleitung von Druck, Stress, Lasten, aber auch Themen können aus dem Körperspeicher entlassen werden. Da deine versteckten Anteile, Gefühle und auch die mentalen Muster im Körper abgespeichert sind, kann ich diese (gestaute Energie) mit meinen Händen ertasten und die Energie wieder ins Fliessen bringen. Die Veränderung eines Musters kann so sehr leicht geschehen. Ist die Energie wieder im Fluss, entsteht ein freier Raum in deinem Leben, wodurch Veränderung möglich wird.

Wenn du noch Fragen oder Anregungen oder weitere Beispiele zu diesem Thema hast, freue ich mich über einen Kommentar von dir. Vielleicht hast du auch einen Wunsch, ein Thema, über das ich schreiben soll? Teile es mir mit.

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